child development
KINDER BIS ZUM ZWEITEN LEBENSJAHR
INSTINKTIVES LERNEN

WESENTLICHE ERRUNGENSCHAFTEN
• Entwicklung von Beweglichkeit und Geschicklichkeit:
Vom hilflosen Neugeborenen zu den ersten eigenen Schritten.
• Entwicklung von Autonomie: Vom passiven zum aktiven Auswählen und Erkennen von Bezugspersonen.
• Visuelles Erkennungsvermögen: . Erste Wahrnehmung des Ichs und Unterscheidung von Anderen.
• Experimente mit Ursache und Wirkung: Testen von Grenzen, Trennen von positiven und negativen Erfahrungen, Weinen als Ausdrucksmittel.
• Erstes Prägen der Umgebung: Erste gesprochene Worte und das Bestreben, Spuren zu hinterlassen.

Was ist zu erwarten?
Ein Neugeborenes ist ein unbeschriebenes Blatt mit enormer Lernfähigkeit. Kinder in diesem Alter verstehen mehr, als sie mit ihren noch weitgehend unentwickelten Kommunikationsfähigkeiten vermitteln können. In den ersten zwei Lebensjahren machen Kinder mehr Entwicklungsschritte als in jeder anderen Lebensphase. Von der völligen Abhängigkeit von ihren Betreuern und der Unfähigkeit zur Unterscheidung zwischen Ich und Außenwelt vollziehen sie die Entwicklung zum eigenen Willen. Um die Aufmerksamkeit der Betreuer zu erhalten, setzen Babys Lächeln, Weinen, Handbewegungen und Glucksen ein. In den ersten zwei Lebensjahren lernen Kinder, aufrecht zu stehen, ihre ersten Worte zu sagen und mit der Entwicklung des Gleichgewichtssinns ihre ersten Schritte zu gehen.

ZWEI- BIS DREIJÄHRIGE KINDER:
WER ZWEI IST, WEISS, WAS ER WILL


WESENTLICHE ERRUNGENSCHAFTEN
Laufen: Die Welt erkunden
Auf Konfliktkurs: Lass mich, halt mich.
Gesteigertes Ichbewusstsein: Wodurch zeichne ich mich aus, was unterscheidet mich von anderen?
Unabhängigkeit entdecken: Nimm mich ernst, ich kann das allein.
Nach Logik suchen: Gesteuert von der Erscheinung.
Die Welt verstehen: Probieren geht über Studieren, praktische Erfahrungen.
Vorgeben, Fantasiewelt: Mit sich selbst reden, kollektive oder individuelle Monologe.


Was ist zu erwarten?

Zweijährige Kinder sind gerade „Laufexperten“ geworden und nutzen ihre Mobilität dazu, die Welt, die eigentlich noch viel zu groß für sie ist, auf eigene Faust zu erkunden. Kleinkinder sind ebenso wie Jugendliche bei ihrer Suche nach Unabhängigkeit auf Konfliktkurs. Sie wollen auf eigenen Beinen stehen und suchen trotzdem noch die Hilfe und Unterstützung ihrer Eltern oder anderer vertrauter Personen. Zweijährige tragen gern Gegenstände wie Teddys und Decken mit sich herum, die ihnen Trost und Behaglichkeit vermitteln. Außerdem testen sie mit Vorliebe ihre Grenzen – der Welt und ihren Mitmenschen gegenüber.
..........................................................................................................
ICH





Unsere Körper benutzen


Wofür interessieren sich Zwei- bis Dreijährige und was können sie bereits?

In diesem Alter geschieht bei Kindern alles nach dem Motto „Lass mich, halt mich“. Auch wenn dies eine schwierige Zeit für die Eltern ist, so ist dieser konstruktive Vorgang doch für die Kinder wichtig, um zu lernen, was es heißt, sich zu einer unabhängigen und eigenständigen Person zu entwickeln. Zwei- bis Dreijährige können noch etwas unsicher laufen oder schon richtig gut auf den Beinen sein. Sie beginnen zu rennen und haben Spaß daran, ihre körperlichen Fähigkeiten auszuprobieren. Sie laufen rückwärts, klettern und drehen sich so lange, bis sie umfallen – einfach weil sie es können.
Womit beschäftigen sich Zwei- bis Dreijährige?
Die Kinder springen mit beiden Füßen oder schießen einen großen Ball umher. Beim Ballwurf holen sie bis über den Kopf aus, treten vor und werfen dann mit beiden Händen. Einen zugeworfenen Ball fangen sie auf, indem sie ihn mit beiden Armen an den Oberkörper drücken. Auch wenn die Eltern noch manchmal helfen müssen, können sie jetzt bereits die Treppe heruntergehen. Kleinkinder nehmen ihr Essen mit dem Löffel auf, gießen Wasser aus einem Krug in Gläser und trinken mit dem Strohhalm. Außerdem fangen sie damit an, Buchseiten umzublättern und Türme zu bauen, bevor sie diese wieder umwerfen. Oder sie haben Spaß am lautstarken Spielen mit der Klopfbank.

Wie können die Interessen und Fähigkeiten der Zwei- bis Dreijährigen unterstützt werden?
Respektieren Sie den Unabhängigkeitsdrang der Kinder. Lassen Sie sie Fehler machen, solange diese nicht ihre Gesundheit gefährden. Ermutigen Sie sie in ihren Erkundungen und spenden Sie Trost, auch wenn es für die Kinder frustrierend und anstrengend ist. Erfinden Sie Spiele, bei denen die perfekte Balance und das Rhythmusgefühl geübt werden. Dazu zählen Laufspiele mit plötzlichem Stehenbleiben oder Wurfspiele mit großen weichen Gummibällen. Spielen Sie mit dem Kind, indem Sie beide vorgeben, ein brüllender Löwe oder ein bellender Hund zu sein. Und lesen Sie laut vor, malen Sie gemeinsam und animieren Sie das Kind so oft wie möglich zu Bastelaktivitäten.

Uns selbst kennen

Wofür interessieren sich Zwei- bis Dreijährige und was können sie bereits?
In diesem Alter entwickeln die Kleinkinder ein gesteigertes Ichbewusstsein, sodass Sie immer öfter die Wörter „ich“, „meins“ und „nein“ hören werden. Außerdem wissen die Kinder, dass sie niedlich sind, und setzen dies zu ihrem Vorteil ein. Der Umgang mit Symbolen wie Worten oder Gegenständen, die etwas repräsentieren (Teddys, Puppen usw.), hilft den Kindern, auf spielerische Art herauszufinden, wer sie sind und was sie wollen. Zwei- bis Dreijährige drücken sehr deutlich aus, was ihnen gefällt und was nicht. Das heißt, sie beginnen zu weinen, wenn ihnen jemand widerspricht oder ihnen einen Wunsch versagt.

Womit beschäftigen sich Zwei- bis Dreijährige?
Zwei- bis dreijährige Kinder lernen mehr über sich selbst, indem sie ihren Körper mit anderen vergleichen. Wenn sie beispielsweise der Mutter beim Wechseln der Windel des Geschwisterchens helfen, können sie ewig auf das Baby starren und fragen: „Was ist das?“ In diesem Alter verfügen sie über einen besseren Sinn für Formen und Größen und erkennen langsam die Unterschiede zwischen den Geschlechtern. Doch sie haben bisher nur eine vage Vorstellung davon, was sich in ihrem Körper befindet. In diesem Alter sind die Kinder auch oft frustriert, denn während sie die Welt imitieren und erkunden, werden sie stets sowohl an ihre eigenen physischen Grenzen erinnert als auch an die, die ihnen von den Eltern aufgezeigt werden.

Wie können die Interessen und Fähigkeiten der Zwei- bis Dreijährigen unterstützt werden?
Als Faustregel gilt: Sorgen Sie dafür, dass sich die Kinder in ihrem Körper wohlfühlen und stolz auf sich selbst sind. Nehmen Sie die Bedürfnisse ihrer Kinder ernst. Die Egos der Kleinen sind zwar schnell angeknackst, aber das heißt noch lange nicht, dass sie das Kommando übernehmen dürfen. Behalten Sie die Kontrolle, wenn die Kinder sie verlieren. Lassen Sie sie Risiken eingehen, aber machen Sie auch deutlich, welche Grenzen nicht überschritten werden dürfen. Die Windelentwöhnung sollte erst vorgenommen werden, wenn die Kinder so weit sind. Werden sie zu früh aufs Töpfchen geschickt, kann sie das traumatisieren, und sie brauchen Monate, um sich wieder zu erholen.

..........................................................................................................
WIR



Auf andere Bezug nehmen

Wofür interessieren sich Zwei- bis Dreijährige und was können sie bereits?

In diesem Alter wollen Kinder alles allein vollbringen und werden daher jegliche offensichtliche Hilfe lautstark ablehnen. Wenn sie allerdings das Gefühl haben, ernst genommen zu werden, helfen sie gern bei alltäglichen Arbeiten mit. Sobald sie aus der Phase, in der sie alles allein machen wollen, herausgewachsen sind, haben sie gelernt, ihre Wünsche auszudrücken und bis zu einem gewissen Punkt darüber zu verhandeln. Jetzt können sie spielen.
Womit beschäftigen sich Zwei- bis Dreijährige?
In diesem Alter sagen die Kinder in erster Linie „nein“, „nein“ und nochmals „nein“. Sie wollen einfach alles allein bewerkstelligen. Gleichzeitig sind sie aber auch umgänglich und helfen gern mit. Sie helfen beim Tragen, öffnen Türen, räumen Wäsche weg oder waschen ab. Sie suchen nicht nur bei Eltern und Vertrauten Trost, sondern verschaffen sich auch mit Hilfe von Decken, Puppen, Teddys und anderen vertrauten Dingen Behaglichkeit. Ein Plüschteddy verzeiht mehr als Mami und Papi und das hilft über „besonders schwere Zeiten“ hinweg.

Wie können die Interessen und Fähigkeiten der Zwei- bis Dreijährigen unterstützt werden?
Unterstützen Sie ihre Kinder bei ihrer Suche nach Unabhängigkeit, indem Sie ihnen Entscheidungsfreiheit gewähren. Lassen Sie das Kind zum Beispiel morgens entscheiden, welches Oberteil es anziehen möchte. Sprechen Sie in normalem Ton mit dem Kind, da es ernst genommen werden will. Die Kinder sollen sich stark fühlen, doch Sie legen die Grenzen fest. Und wenn die Kinder einen Trotzanfall bekommen, sollten Sie ruhig und Herr der Lage bleiben, bis sich die Kinder wieder beruhigt haben. Vermitteln Sie den Kindern nach solch einem emotionalen Ausbruch immer und ohne Vorbehalt das Gefühl der Geborgenheit.

Andere verstehen

Wofür interessieren sich Zwei- bis Dreijährige und was können sie bereits?

In diesem Alter beginnen die Kinder, die Gemütsstimmung anderer Menschen zu verstehen, vor allem im Zusammenhang mit ihrem eigenen Verhalten. Sie können am Gesichtsausdruck der Vertrauensperson erkennen, ob sie über das Verhalten der Kinder wütend, traurig, verwirrt oder erfreut sind. Die Kinder lernen über den Verstehensprozess der Gefühlsregungen anderer, Falsch und Richtig zu unterscheiden. Außerdem wissen die Kinder bereits in diesem jungen Alter, ihre Stimmlage gegenüber Erwachsenen und Babys zu verändern, und sie werden diese Fähigkeit später noch ausbauen.

Womit beschäftigen sich Zwei- bis Dreijährige?
Selbst in der kurzen Zeit von zwei bis drei Jahren entwickeln die Kinder ganz unterschiedliche Fähigkeiten, das Verhalten ihrer Mitmenschen zu verstehen und zu manipulieren. Ein zweijähriges Kind wird bei einem Streit mit einem Geschwisterkind oft trotzig und grob reagieren. Es versteckt sich, schreit oder stiehlt und zerstört das Lieblingsspielzeug des Geschwisterkinds. Doch sobald der dritte Geburtstag näherrückt, arbeiten die Kinder in dieser Situation viel eher mit Humor und setzen Tricks oder ihre „Niedlichkeit“ ein. Dreijährige gehen bereits so weit, ihre Geschwister bei den Eltern anzuschwärzen. Wenn sie in ihrem Fantasiespiel die Puppen und Gegenstände in Mütter, Väter und Babys einteilen, hilft ihnen das, ihre Beziehung zu diesen Personen kennenzulernen. Beim Spielen ist dabei oft zu hören: „Jetzt bin ich die Mami und du der Papi.“

Wie können die Interessen und Fähigkeiten der Zwei- bis Dreijährigen unterstützt werden?
Haben Sie ein offenes Ohr für die Kinder, wenn sie über Emotionen sprechen möchten. Lösen Sie Konflikte der Kinder ohne Belehrungen, fragen Sie nach und geben Sie den Kindern Raum für ihre eigenen Lösungen. Sollten Sie keine Lösungen anbieten, ist es an Ihnen, alternative Auswahlmöglichkeiten vorzuschlagen.

..........................................................................................................
WELT



Die Welt erforschen

Wofür interessieren sich Zwei- bis Dreijährige und was können sie bereits?

In diesem Alter wächst das Raum-, Zeit- sowie das Ursache- und Wirkungsverständnis der Kinder rapide. Das ist auch nicht verwunderlich, denn sie selbst werden jetzt immer mobiler und flexibler. Sie nutzen Orte zur Orientierung und Navigation und lernen, ihren Körper und die Umgebung in Relationen zu setzen, indem sie sich frei bewegen. Gleichzeitig verstehen sie das Zeitprinzip durch Wörter wie „später“, „bald“, „Morgen“ und „Nacht“. Das Konzept von Vergangenheit und Zukunft ist ihnen allerdings noch nicht vollständig klar.
Womit beschäftigen sich Zwei- bis Dreijährige?
Zwei- bis Dreijährige entdecken die Welt jetzt systematischer. Sie stellen fest, dass Wasser nach unten fließt, Sand die Form ändert und man Holzblöcke bis zu einer bestimmten Höhe aufeinander stapeln kann, bevor sie zusammenfallen. Die räumliche Wahrnehmung wird gesteigert, während sie herumtollen, und sie entdecken die Konzepte von oben und unten, innen und außen sowie nah und fern. Mit dem Größenverständnis hapert es manchmal noch ein bisschen. So kann es passieren, dass die Kinder sich auf einen Stuhl setzen wollen, auf dem sie bereits einen Teddy oder eine Puppe platziert haben.

Wie können die Interessen und Fähigkeiten der Zwei- bis Dreijährigen unterstützt werden?
Lassen Sie die Kinder gemessen an ihren Fähigkeiten an allen Vorgängen um sie herum teilhaben. Stellen Sie so viele Materialen zur Verfügung wie möglich, mit denen die Kinder spielend lernen können wie z. B. Puzzle, Klötze, Sand, Lehm, Fingerfarben usw. Mit Schattenspielen und Projektionen können Sie die Kinder beispielsweise die Größenverhältnisse verschiedener Dinge einschließlich ihrer Körper entdecken lassen.

Neue Erkenntnisse verstehen

Wofür interessieren sich Zwei- bis Dreijährige und was können sie bereits?
Zwei- bis Dreijährige entwickeln langsam ein einfaches Verständnis für Mengen und Größen und fangen an zu zählen. Allerdings sind ihnen der Sinn der Zahlen und die mathematische Bedeutung noch nicht bewusst. Außerdem ordnen die Kinder verschiedene Dinge, die zusammengehören, jetzt in Gruppen ein. Dabei ist die Kategorisierung nicht logisch: Ein Pferd gehört beispielsweise in den Stall und eine Katze gehört in das Haus. Pferde und Katzen werden noch nicht in die Untergruppe „Tiere“ eingeordnet.

Womit beschäftigen sich Zwei- bis Dreijährige?
In diesem Alter können die Kinder die Zahlen von eins bis zehn erkennen und (ohne Reihenfolge) zählen. Doch sie verstehen noch nicht, was diese Zahlen bedeuten. Kleinkinder erkennen verschiedene Farben und Formen, sind aber beim Zuordnen diverser Dinge zu diesen Kategorien noch nicht immer erfolgreich. Da sie sich noch eher auf das Erscheinungsbild stützen als logisch vorzugehen, sind sie zum Beispiel der Meinung, dass alle Tiere mit vier Beinen Pferde sind, nur weil Pferde vier Beine haben.

Wie können die Interessen und Fähigkeiten der Zwei- bis Dreijährigen unterstützt werden?
Helfen Sie den Kindern, Dinge nach Größe, Form, Farbe und Anzahl zu gruppieren. Und keine Sorge, wenn das nicht auf Anhieb klappt. Im Laufe ihrer Entwicklung funktioniert das schon. Verdeutlichen Sie Unterschiede im Zusammenhang wie: „Sieh mal, es gibt ein großes, ein kleines und ein klitzekleines ...“ oder „Das ist dunkelrot, hellrot, pink ... heiß, warm, kalt.“ Auch Proportionen können spielend nahegebracht werden.

..........................................................................................................
KREATIVITÄT



Sich Möglichkeiten vorstellen

Wofür interessieren sich Zwei- bis Dreijährige und was können sie bereits?
Im Alter von zwei Jahren nehmen an einfachen Fantasiespielen teil und erfreuen sich an Absurditäten und Albernheiten. Sie reißen sogar erste Witze. Diese Aktivitäten helfen den Kindern in einer Zeit, in der sie versuchen, ihr Selbstbewusstsein zu entwickeln. Durch Spiel und Humor können sie Situationen des Alltags mit etwas Abstand verinnerlichen und dramatisieren und sich so leichter verschiedene Resultate für diese Situationen vorstellen. Zum Ende des zweiten Lebensjahres beziehen die Kinder dann auch andere Kinder in ihre spielerischen Aktivitäten ein. Die humoristische Entwicklung vollzieht sich in diesem Alter in zwei Phasen: Anfänglich beziehen sich die Kinder auf physische Vorgänge. So geben sie beispielsweise vor, sich mit einem Lineal die Haare zu kämmen, und sie finden es lustig, dazu „Haare kämmen“ zu sagen. Später haben sie eher Spaß an der humoristischen Entstellung von Wörtern (Puh, Schuh, Fluh).
Womit beschäftigen sich Zwei- bis Dreijährige?
Im Alter von zwei Jahren sprechen Kinder mit allem und jedem. Sie verwickeln Eltern, Gleichaltrige, Tiere und Gegenstände in Gespräche und spielen diverse Szenarien durch. Meist spielen sie Szenen aus der Vergangenheit nach und denken sich verschiedene Varianten dieser Situationen aus, während sie als Eltern, Könige, Ninjas oder Figuren ihrer Lieblingsserie auftreten. Ihre Puppen und Teddys müssen dabei unterschiedliche Aktionen ausführen. Sollten diese nicht folgen, werden sie mit Zaubersprüchen in Steine oder hässliche Kröten verwandelt. Zu diesem Zeitpunkt bestimmen die Kinder allein die Regel dieser Spiele. Oft reden sie einfach vor sich hin, ob sie nun allein oder von anderen Kindern umgeben sind, ohne dass sie eine Antwort oder Reaktion von den anderen erwarten.

Wie können die Interessen und Fähigkeiten der Zwei- bis Dreijährigen unterstützt werden?
Erlauben Sie den Kindern, die Fantasiespiele zu kontrollieren und mischen Sie sich nur so weit ein, wie sie es zulassen. Scheuen Sie sich nicht, humorvoll zu unterstützen. In diesem Alter finden die Kinder es äußerst komisch, wenn Erwachsene Dinge falsch bezeichnen oder Gegenstände zweckentfremdet benutzen. Sorgen Sie sich nicht, wenn die Kinder dem Fäkalhumor zugeneigt sein sollten. Das legt sich auch wieder.

Formen und Ausdrücke erfinden

Wofür interessieren sich Zwei- bis Dreijährige und was können sie bereits?
In diesem Alter unternehmen die Kinder erste Mal- und Zeichenversuche. Dabei werden die Kritzeleien ganz unterschiedlich ausgeführt, je nachdem, ob das Kind zeichnet (große Bewegungen) oder schreibt (der Stift bleibt nicht immer auf dem Papier). Uns Erwachsenen erscheinen diese Striche eher wahllos. Außerdem beginnen die Kinder, Fotos und Zeichnungen mit den realen Gegenständen oder Personen in Verbindung zu bringen. Es kommt sogar oft vor, dass die Kinder Bilder und Statuen für echt halten.

Womit beschäftigen sich Zwei- bis Dreijährige?
Zwei- bis dreijährige Kinder sprechen etwa 50 Wörter, kennen aber wesentlich mehr. Wie bereits erwähnt führen sie gern Selbstgespräche, wenn sie allein oder mit anderen Kindern zusammen sind oder Tanz- oder Fingerspiele ausführen. Sie veranstalten Fantasiespiele, bei denen ihre Puppen und anderen Spielsachen Aufgaben erledigen müssen und sich miteinander unterhalten. Kinder lieben es, wenn ihre Eltern ihren Namen schreiben und dabei jeden einzelnen Buchstaben benennen. In Büchern können sie auf viele spannende Dinge zeigen. Zweijährige können Objekte und Bilder zuordnen und werden die Bilder oft für das reale Pendant halten. Daher fassen sie beispielsweise lieber Bilder von Babys als Bilder von Hunden an.

Wie können die Interessen und Fähigkeiten der Zwei- bis Dreijährigen unterstützt werden?
Spielen Sie mit den Kindern und lesen Sie ihnen vor. Motivieren Sie sie zu Spielen, bei denen Dinge gezeigt und benannt werden – sowohl in Büchern als auch im wirklichen Leben. Singen und tanzen sie mit ihnen und sorgen Sie für visuelle Stimulationen wie Fotos alltäglicher Gegenstände, die sich die Kinder ansehen können. Denken Sie sich Spiele aus, bei denen die Kinder etwas aufmalen oder eine Einkaufsliste schreiben müssen, oder gehen Sie mit ihnen am Strand spazieren, wobei sie ihre eigenen Fußspuren zurückverfolgen müssen.